Mit 770 angemeldeten Gästen stiess der 12. ImmoSummit der FRZ Flughafenregion Zürich – Wirtschaftsnetzwerk & Standortentwicklung – auf ausserordentlich grosses Interesse. Der etablierte Branchentreffpunkt der Schweizer Bau- und Immobilienwirtschaft fand am 10. Juni 2026 unter dem Leitmotiv «Vom Talent zum Champion» in THE HALL in Dübendorf statt. Im Zentrum standen der Schweizer Immobilienmarkt, die Entwicklung leistungsfähiger Teams und Standorte sowie die Lancierung des Strategiereaders «New Zurich».

Dübendorf, 11. Juni 2026 – Der 12. ImmoSummit knüpfte inhaltlich an die Diskussion des Vorjahres an. 2025 stand der Anlass unter dem Motto «Vom Silo zum Mannschaftssport». Im Mittelpunkt stand die Erkenntnis, dass die grossen Herausforderungen der Bau- und Immobilienwirtschaft nicht mehr isoliert gelöst werden können. 2026 ging die Diskussion einen entscheidenden Schritt weiter: Was braucht es, damit aus Zusammenarbeit echte Spitzenleistung entsteht? Das Motto «Vom Talent zum Champion» wurde auf drei Ebenen beleuchtet: bei den persönlichen Fähigkeiten und Haltungen von Führungspersönlichkeiten, bei der Zusammenarbeit innerhalb von Unternehmen und Projekten sowie bei der koordinierten Weiterentwicklung von Regionen und Standorten.
Eröffnet wurde der ImmoSummit von André Ingold, Präsident der FRZ und Stadtpräsident von Dübendorf, sowie von Rahel Kindermann Leuthard, Geschäftsführerin der FRZ Flughafenregion Zürich.
Immobilienmarkt: Stabilität trotz Unsicherheiten
Einen aktuellen Blick auf die Schweizer Immobilienwirtschaft vermittelten Michael Birrer, Leiter Research & Advisory bei der Migros Bank, und Michelle Müller, Analystin Immobilienresearch bei der Migros Bank. Unter dem Titel «Markteinschätzung Immobilien – Positive Aussichten in unsicheren Zeiten» ordneten sie das wirtschaftliche und politische Umfeld ein. Fazit: Die Inflation bleibt trotz steigender Energiepreise unter Kontrolle. In der Schweiz werden vergleichsweise tiefe Zinsen erwartet. Der Wohnimmobilienmarkt bleibt aufgrund der strukturellen Knappheit robust. Im Büromarkt entscheidet dagegen zunehmend die Qualität. Erfolgreich sind gut erschlossene, flexible und zeitgemässe Flächen, während ältere Bestände stärker unter Transformationsdruck geraten.
Im anschliessenden Interview gab Béatrice Schaeppi, CEO und Verwaltungsratspräsidentin der Schaeppi Grundstücke AG, Einblicke in die Führung eines traditionsreichen Familienunternehmens. Im Zentrum standen Verantwortung, Haltung und Innovationskraft in einem anspruchsvollen Marktumfeld. Die Werte würden regelmässig kommuniziert. Béatrice Schaeppi wurde 2025 mit dem EY Entrepreneur Of The Year in der Kategorie Family Business ausgezeichnet.
«New Zurich» im Fokus
Ein Höhepunkt des 12. ImmoSummit war die Vorstellung des Readers «New Zurich» durch Thomas Sevcik, Gründer des Strategie-Thinktanks arthesia, und Remo Daguati, Inhaber und CEO der LOC AG. Mit «New Zurich» eröffnet die FRZ Flughafenregion Zürich die Debatte darüber, wie sich die dynamische Region rund um den Flughafen künftig weiterentwickeln soll. Die erweiterte Region zählt rund 300'000 Einwohnerinnen und Einwohner sowie über 200'000 Arbeitsplätze. In den vergangenen Jahrzehnten ist ein funktional zusammenhängender Wirtschafts- und Lebensraum entstanden, der wirtschaftliche Dynamik, internationale Erreichbarkeit und hohe Lebensqualität verbindet.
Der Reader bündelt die Ergebnisse eines mehrjährigen Strategieprozesses, an dem die 14 Mitgliedsstädte und -gemeinden der FRZ sowie Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Standortentwicklung mitgewirkt haben. Nicht neue politische Strukturen stehen im Vordergrund, sondern eine besser abgestimmte Standortentwicklung mit langfristiger Perspektive. ‹New Zurich› sei kein fertiger Masterplan, sondern Denkanstoss und hoffentlich auch Handlungsimpuls, sagte FRZ-Geschäftsführerin Rahel Kindermann Leuthard bereits in den einführenden Worten.
Fünf Entwicklungsfelder stehen im Mittelpunkt: Digitalisierung und ICT (BYTE), Luftfahrt und Space Economy (AERO), Headquarters und internationale Unternehmensfunktionen (HUBS), Kongresse und Events (MEET) sowie Gesundheit und Life Sciences (CARE). In den kommenden Monaten sollen die Entwicklungsfelder konkretisiert und schrittweise in erste Projekte überführt werden. Gemäss Remo Daguati geht es darum, neue bahnbrechende Technologien zu entwickeln (Deep Tech) und die hervorragende Infrastruktur - Rechenzentren und umliegende Top-Hochschulen - für erfolgreiche Businessmodelle zu nutzen. Die abschliessende Botschaft der Präsentation bringt den Anspruch auf den Punkt: «New Zurich ist eine Idee und ein Ort, dessen Zeit gekommen ist.» Die Flughafenregion Zürich sehen Daguati und Sevcik als Ort für Macher.
Talente erkennen, fördern und gewinnen lassen
Wie aus Talent Spitzenleistung entstehen kann, diskutierten Damien Ulrich, Goldmedaillengewinner als Gebäudetechnikplaner EFZ an den SwissSkills 2019, Jael Schlatter, Zimmerin und Teilnehmerin an den SwissSkills 2020, sowie Dario Meyer, Stürmer beim EHC Kloten.
Die drei Persönlichkeiten verdeutlichten aus unterschiedlichen Perspektiven, dass Talent allein nicht genügt. Entscheidend sind Leidenschaft, Präzision, Disziplin, Durchhaltevermögen sowie ein Umfeld, das junge Menschen fördert und ihnen Verantwortung überträgt. Es geht um eine positive Haltung und darum, etwas zu wagen. Oder wie es Dario Meyer formulierte: «Ein Fehler ist der Beweis eines Versuchs.»
Architektur schafft Identität
Mit Sören Grünert, Partner bei BIG – Bjarke Ingels Group, rückte ein international bedeutendes Bauprojekt ins Zentrum: das neue Dock A am Flughafen Zürich. Unter dem Titel «Social Infrastructure – von der Idee zur Identität» zeigte er auf, wie Architektur über ihre unmittelbare Funktion hinaus Identität, Aufenthaltsqualität und gesellschaftlichen Mehrwert schaffen kann.
Das neue Dock A soll sowohl für die Luftfahrt als auch für die Bauindustrie neue Massstäbe setzen. Das Projekt verbindet internationale Ausstrahlung mit Schweizer Bautradition und steht exemplarisch für das Zusammenspiel von Architektur, Place Branding und Place Making. Die auf die riesige LED-Wall projizierten Holzkonstruktionen des Dock A verblüfften das Publikum. Für Grünert ist es ein Privileg, das moderne Tor von New Zurich zur Welt zu schaffen.
Leistungskultur, Leadership und Werte
Den abschliessenden Impuls setzte Anders Indset. Der norwegischstämmige Wirtschaftsphilosoph, Deep-Tech-Investor und ehemalige Spitzensportler beleuchtete unter dem Titel «Wikinger Kodex – Auf dem Weg zu einer Leistungskultur verwurzelt in Werten» die Anforderungen an Führung im Zeitalter von künstlicher Intelligenz, exponentiellem Wandel und schwindenden Gewissheiten.
Seine zentrale Botschaft: Spitzenleistung und nachhaltiger Erfolg setzen nicht nur Leistungsbereitschaft voraus, sondern auch klare Werte, langfristiges Denken und die Fähigkeit, Entwicklungen aktiv vorauszudenken. Der Possibilismus orientiert die Ziele an den vorhandenen Möglichkeiten.
Einen besonderen musikalischen Akzent setzte JODOK CELLO. Der Schweizer Cellist und Content Creator begeisterte mit seiner Verbindung von klassischer Musik und digitaler Kommunikation weltweit ein Millionenpublikum. Durch den ImmoSummit führte Moderatorin Monika Schärer.
Plattform für Austausch und Zusammenarbeit
Mit 770 angemeldeten Gästen unterstrich der 12. ImmoSummit seine Bedeutung als zentrale Plattform für die Schweizer Bau-, Immobilien- und Standortwirtschaft. Der Anlass verband fachliche Orientierung mit persönlichem Austausch und konkreten Impulsen für die Weiterentwicklung von Unternehmen, Projekten und Regionen.
Gruppenbild:
Die Mitwirkenden des 12. ImmoSummit der FRZ Flughafenregion Zürich: Vordere Reihe (von links): Jael Schlatter (SwissSkills), Rahel Kindermann Leuthard (FRZ Flughafenregion Zürich), André Ingold (FRZ Flughafenregion Zürich / Stadt Dübendorf), Thomas Sevcik (Arthesia AG) und Remo Daguati (LOC AG). Hintere Reihe (von links): Anders Indset (tomorrowmensch), JODOK CELLO, Béatrice Schaeppi (Schaeppi Grundstücke AG), Michelle Müller (Migros Bank), Dario Meyer (EHC Kloten), Sören Grünert (BIG – Bjarke Ingels Group), Damien Ulrich (Anex Ingenieure AG) und Moderatorin Monika Schärer.